Harbach

Erstmals erwähnt wird Harbach in einer Urkunde des Klosters Wirberg im Jahre 1243. Hier erwirkten die bewohner eine eigene Kapelle errichten zu dürfen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Harbach bereits 500-800 nach Christus, während der Fränkischen Landnahme gegründet wurde.

Harbach ist ein typisches Straßendorf. Hier wurden, von einem zentralen Punkt aus, in vier Richtungen gehend die Hauptstraßen angelegt. Links und rechts dieser Straßen wurden dann die Hofreiten in L-Form angelegt, was heute noch ersichtlich ist, am sogenannten Kreuz.

Im Laufe der Jahrhunderte bekamen auch die Einwohner Harbach überregionale Ereignisse zu spüren, so zum Beispiel während der zahlreichen Kriege von 1618-1871, in welchen die Dorfbevölkerung immer wieder von Plünderungen und Hungersnöten heimgesucht wurde.

Im Jahre 1830 wanderten zahlreiche Harbacher nach Amerika oder anderen Ländern aus, um der großen Armut im eigenen Land zu entfliehen.

Nach zahlreichen politischen Handlungen erfolgte 1848 die Gebietsreform. Hierbei wurde Harbach in den Landkreis Grünberg eingegliedert.

Bereits von 1743-1971 hatte Harbach einen eigenen Bürgermeister. Dies geht aus Gemeinderechnungen hervor.

1891 wurde in Harbach nachweislich die erste Feuerspritze angeschafft, welche von Pferden gezogen wurde. Dies sollte die bereits vorhandene, handgezogene Feuerspritze ergänzen. Beide Spritzen sind noch heute erhalten und auf zahlreichen Feuerwehrfesten zu bewundern.

Ein enormer Fortschritt bedeutete der Bau der Haltestelle der Butzbach-Licher-Eisenbahn im Jahr 1908. Elektrizität hielt in 1912/1913 ihren Einzug, was einen weiteren Fortschritt für die Harbacher Bevölkerung bedeutete.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges kamen zahlreiche Heimatvertriebene nach Harbach, deren Unterbringung und Verpflegung abermals eine große Aufgabe für die Dorfbevölkerung bedeutete. Viele von ihnen fanden in Harbach eine neue Heimat und schufen sich hier eine Existenz.

Nachdem sich der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Krieg auch in Harbach bemerkbar machte, wurden seit 1950 die Ortsstraßen mit einer Asphaltdecke versehen. 1963/64 wurde neben dem damaligen Brandweiher das Gefrierhaus der Gefriergemeinschaft gebaut, welches bei der Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses integriert wurde und auch heute noch genutzt wird. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde am 03.02.1973 eingeweiht.

1971 erfolgte die Eingemeindung Harbachs zur Großgemeinde Grünberg, nachdem der Gemeinderat einer Mehrheit der Bevölkerung gefolgt war und nicht für Reiskirchen votierte.

Am 26.02.1977 erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung der Grillhütte, welche am 15.12.1991 Opfer eines Brandstifters wurde und abbrannte. Diese konnte jedoch, dank der Ortsvereine, freiwilliger Helfer und ortsansässiger Firmen, wieder aufgebaut werden und erfreut sich, dank ihrer Lage, auch heute noch größter Beliebtheit.

Harbach hat sich bis zum heutigen Tag seinen Charakter als Dorf erhalten, da in der Vergangenheit mit Bauland sparsam umgegangen wurde. Der Ort wird geprägt von seinem Ortsbild mit den zwei, nicht mehr im Betrieb befindlichen Mühlen, dem ortsansässigen Gewerbe und seiner ländlichen Struktur.
 
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