Klein-Eichen

Klein-Eichen, der kleinste Stadtteil von Grünberg hat sich 1971 der Großgemeinde angeschlossen. Das Bild des Dorfes wird immer noch von der Landwirtschaft geprägt, obwohl die Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung wie üblich im Umland ihr Einkommen findet. Klein-Eichen hat ca. 250 Einwohnerinnen und Einwohner. Das dörfliche Leben ist eng mit der unmittelbaren Nachbargemeinde Lardenbach verknüpft.

Wann Klein-Eichen erstmals urkundlich erwähnt wurde, steht nicht genau fest. Das Dorf hat sich in früher Zeit aus einer Häusergruppe entwickelt, die auf dem heutigen Flurstück "Bornwäldchen", nahe Groß-Eichen angesiedelt war.

Klein-Eichen befand sich vermutlich schon lange im Besitz der Freiherren Riedesel zu Eisenbach. In der Zeit des 30jährigen Krieges wurde die Ortschaft sehr in Mitleidenschaft gezogen und beinahe gänzlich zerstört. Ganze sechs Familien des damaligen Klein-Eichen packten ihre Habseligkeiten zusammen und erbauten ihre Gemeinde neu an ihrem jetzigen Standort.

Im Jahr 1738 kauften die Klein-Eichener die alte Fachwerkkirche aus Unter-Seibertenrod. Der Ausbau erfolgte dann bis zum Jahr 1742 und ist bis heute ein Schmuckstück für das kleine Dorf.

Im Jahr 1806 wurden die kleineren Herrschaftsbereiche zugunsten größerer Fürstentümer aufgelöst. Klein-Eichen kam zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Seit 1938 gehören Lardenbach und Klein-Eichen zum Kreis Gießen.

Im Jahr 1911 wurde die Wasserversorgung ausgebaut. Dazu errichtete man auf dem Galgenberg einen Wasserhochbehälter. Dorthin fließt das Wasser über eine lange Leitung vom Brunnen bei Wohnfeld. Bis heute erreicht so bestes Wasser das Dorf.

Anfang der 1950er Jahre führte man eine Feldbereinigung durch. Der Ausbau der Gemeindestraßen und der Ortskanalisation erfolgte in den 1960er Jahren. In diese Zeit fiel auch der Bau einer Gefrieranlage, die bis heute noch in Betrieb ist. Der Feldwegeausbau und die Erschließung eines Wochenendgebietes, sowie das Baugebiet "Am Kahlsberg" waren die Schwerpunkte bis in die 1970er Jahre. Die Schule besuchten die Kinder von Klein-Eichen und Lardenbach gemeinsam in der Volksschule Lardenbach, bis dann 1966/67 die Mittelpunktschule in Grünberg für viele umliegenden Gemeinden den Schulbetrieb aufnahm. Das ehemalige Schulgebäude in Lardenbach wird heute als Kindertagesstätte für die Seentalgemeinden genutzt.

Im Zuge der Gebietsreform wurde Klein-Eichen am 15. Dezember 1970 Stadtteil von Grünberg. Die evangelische Kirchengemeinde strukturierte sich ebenfalls neu. Heute bilden die Seentalgemeinden Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen und Weickartshain eine Kirchengemeinde. Im Stadtteil Weickartshain-Seenbrücke befindet sich die Kirche für katholische Gemeindemitglieder.

Die Kultur erlebte in den 1980er Jahren in Klein-Eichen eine Neuorientierung. Der Stammtisch der "Grenzgrabenspritzer" und "K.A.R.L." begannen mit ihren Aktivitäten. Das Vereinsleben mit Lardenbach zusammen funktioniert teilsweise schon jahrzehntelang. So bietet der Sportverein neben dem Fußball auch Gymnastik für die Kinder bis zu den Senioren, Tischtennis und Wandern an. Im Obst- und Kelterverein kann man unter anderem seine eigenen Äpfel zu Most verarbeiten. Der älteste Verein von Lardenbach und Klein-Eichen ist der Männergesangverein "Eintracht". Hier reicht das Liedgut von alten Chören bis zu modernen Stücken. Und für die kleinen Sängerinnen und Sänger gibt es Mini- und Maxigruppen.

Das Dorfgemeinschaftshaus für Lardenbach und Klein-Eichen wurde 1992 eingeweiht. Hier finden viele Veranstaltungen der Vereine statt. Ebenso werden die Räumlichkeiten für Familienfeiern genutzt.

Das im Jahr 1995 renovierte und zum Teil umgebaute Klein-Eichener Backhaus dient als öffentlicher Versammlungsraum. Hier hält der Ortsbeirat seine Sitzungen ab, ferner finden Bürgerversammlungen, Feuerwehrsitzungen und die Wahlen in den Räumlichkeiten statt.

Im Jahr 2004 feierte die Freiwillige Feuerwehr Klein-Eichen ihr 50jähriges Vereinsjubiläum. Seit 2007 bilden die aktiven Feuerwehrkameraden aus Lardenbach und Klein-Eichen eine gemeinsame Einsatzgruppe.

Die Grundversorgung wird durch eine Metzgerei in Lardenbach und fahrende "Tante-Emma-Läden" gedeckt. Ganz frisch vom Bauernhof gibt es Wurst, Fleisch, Eier und Milch. In einem privaten Schlachthaus ist die Möglichkeit zu Hausschlachtungen gegeben. In einer Zweigstelle der Volksbank Gießen und einer mobilen Zweigstelle der Sparkasse Grünberg können Bankgeschäfte vor Ort erledigt werden. Weiterhin vor Ort finden sich ein Laden für Kleintierbedarf, ein Malerfachbetrieb sowie ein Steuerberatungsbüro.

Wer ohne Auto mobil sein will, dem bietet es sich an mit dem Bus (Rufbussystem) nach Grünberg zu fahren; von dort aus kann man mit dem Zug weiterreisen.

Ein weiteres Neubaugebiet wird seit der Jahrtausendwende auf dem "Eichwiesenfeld" bebaut.

Das Jahrtausend endete mit der Aufnahme von Klein-Eichen und Lardenbach in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Hier werden bis Ende 2007 zahlreiche öffentliche und private Baumaßnahmen besonders gefördert.

Mit den Jahren hat Klein-Eichen sich verändert, aber nach wie vor lässt es sich hier gut leben.
 
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