Weickartshain

Erste urkundliche Erwähnung findet der mit über 330m, gemeinsam mit Weitershain, höchstgelegene Grünberger Stadtteil Weickartshain als "Wikandeshain" in einem Lehensbrief vom 26. September 1443.

Damit tritt das heute etwas mehr als 650 Einwohner zählende Dorf - verglichen mit den umliegenden Orten - erst recht spät vor den Spiegel der Geschichte. Wir können aber davon ausgehen, dass schon vor dieser Zeit hier eine kleine Ansiedlung existierte, zumal innerhalb der heutigen Gemarkungsgrenzen einige Indizien dafür sprechen. In der Waldgemarkung Richtung Laubach findet der aufmerksame Wanderer noch die spärlichen Reste der "Engelsburg", bei der bis 1432 das ausgegangene Dorf "Engelnhusen", 1293 erstmals urkundlich erwähnt, gelegen haben muss. Um diesen Ort ranken sich zahlreiche Sagen und Geschichten, von denen die Erzählung "Das Vogelbärbchen", eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg, wohl die bekannteste ist.

Zwischen Wald- und Feldgemarkung finden sich über 40 markante Wappensteine, die die ehemalige Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Solms-Laubach markieren. Unweit der ehemaligen Grenze befindet sich an einem steilen Hang eine eindrucksvolle Felsformation; die Höhle der "Wilden Frau", einer archetypischen Sagengestalt, die besonders im Vogelsberg in zahlreichen Flurnamen verewigt ist.

Prägend für Ort und Landschaft war bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts hinein, neben der Forst- und Landwirtschaft, der Eisenerzbergbau, dessen markantestes Zeugnis in der Gemarkung die "Eisenkaute" - heute "Weickartshainer Schweiz" - darstellt. Mit Grillhütte, sanitären Anlagen und einer kleinen Zeltwiese ausgestattet, ist dieses ehemalige Bergwerk heute ein Insidertipp für Erholungssuchende aus ganz Deutschland. Hier finden aber auch verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt, für die im Jahr 2001 die Weickartshainer Vereinsgemeinschaft im Rahmen des "Mittelhessischen Kultursommers" einen Förderpreis Kutur der Landräte des Regierungsbezirks Gießen erhalten hat.

Für landschaftspflegerische Aktivitäten bekamen die Vereine 1994 den 1. Preis der Stiftung der Sparkasse verliehen.

Diese beiden Beispiele belegen, dass im Statteil Weickartshain ein ausgesprochen lebendiges Vereinsleben herrscht, das z.T. weit über die Stadtgrenzen hinaus wirksam ist und Beachtung findet. Die 14 Ortsvereine bieten vielfältige Angebote für Altersgruppen und die unterschiedlichsten Interessenlagen. Sie beleben den Ort und das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig. So finden neben den Möglichkeiten der sportlichen Betätigung auch musikalisch, künstlerisch oder naturkundlich ambitionierte Menschen zahlreiche Anregungen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Kinder- und Jugendarbeit gelegt.

Das gute Zusammenwirken der Vereine wird u.a. durch das Dorffest oder ähnliche gemeinsame Aktivitäten dokumentiert, welche Weickartshain noch lebenswerter und für Besucher noch liebenswerter macht.

 
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