Weitershain

Weitershain liegt auf einer Hochebene zwischen Zwester-Ohm und dem Lumdatal. Diese Hochebene bildet gleichzeitig die Wasserscheide zwischen beiden Regionen. Mit über 330 Metern u.d.M. ist Weitershain gemeinsam mit Weickartshain der höchstgelegene Stadtteil Grünbergs. Bei einer Gemarkungsfläche von 926 ha, davon 98 ha Wald, ist Weitershain flächenmäßig gesehen der größte Stadtteil Grünbergs.

Erstmals urkundlich wurde Weitershain im Jahr 1265 erwähnt. Weitershain gehört landschaftlich und geschichtlich zu der Rabenau. Die Gerichtsbarkeit wurde im Mittelalter von den Herren von Nordeck zur Rabenau ausgeübt. Ihnen waren die Weitershainer zu Frondiensten verpflichtet. Diese Gerichtsherrschaft wurde im Jahre 1860 aufgehoben und ging auf den hessischen Staat über. Gleichzeitig wurden Leibeigenschaft und Frondienst abgeschafft.

In Weitershain gab es bereits seit 1620 eine Schule. Zu Anfang in einem Bauernhaus untergebracht, wurde 1664 ein Schulhaus gebaut. Die Lehrer wurden zu Glöcknerdienst und zu Lesegottesdiensten verpflichten.

Im Jahr 1872 musste die baufällig gewordene Fachwerkkirche abgerissen werden. Erst in den Jahren 1876/77 konnte nach längeren bemühungen der Weitershainer Bevölkerung der Bau einer neuen Kirche aus Basaltstein erfolgen. Im Jahre 2002 beging man nach umfangreichen Renovierungsarbeiten der Kirche das 125jährige Jubiläum mit einer Festwoche. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die aus dem Jahr 1877 stammende Orgel einer Sanierung unterzogen.

Auch Weitershain hatte unter den Kriegsereignissen der letzten Jahrhunderte zu leiden. Die Aufzeichnungen der Kirchenbücher geben Aufschluss darüber, ebenso die zu Ehren der Gefallenen und Vermissten errichteten Denkmäler auf dem Friedhof und unter der Friedenseiche am Ortsausgang Richtung Bernsfeld.

Neben der Kirche befindet sich das im Jahre 1972 eingeweihte Dorfgemeinschaftshaus. Es entstand durch die Erweiterung bzw. Anbau an das neue Schulgebäude, das in 1904/05 errichtet worden war. Im Dorfgemeinschaftshaus befinden sich eine Kegelbahn, ein Schiessstand und zwei Säle. Hier finden zahlreiche Veranstaltungen der Ortsvereine aber auch von Privatpersonen statt. Ob zu Familienfeiern oder zu Übungsabenden, das Dorfgemeinschaftshaus bildet einen Treffpunkt der Bürgerinnen und Bürger. Im Dorfgemeinschaftshaus wurde auch ein Gemälde des Weitershainer Künstlers Erich Carl Arabin angebracht. Arabin war ein überregional bekannter Künstler. In seinem ehemaligen Wohnhaus ist eine Dauerausstellung mit Werken die er im Laufe seines Lebens geschaffen hat zu bewundern. Alljährlich findet hier eine Sonderausstellung kurz vor Weihnachten statt.

Weitershain war seit je her ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Allerdings haben sich in den letzten Jahrzehneten die Strukturen gewandelt, denn die zahlreichen Klein- und Nebenerwerbslandwirte sind gewichen. Heute wird das Land durch wenige große Betriebe bewirtschaftet und in einigen der ehemaligen kleinen landwirtschaftlichen Anwesen haben Pferdeliebhaber Einzug gehalten. Die Pferdehaltung ist in Weitershain überaus beliebt. Der örtliche Reit- und Fahrverein ist überaus engagiert und veranstaltet seit mehreren Jahren im Sommer ein Reitturnier. Dieses Turnier ist von überregionaler Bedeutung und zieht Besucher und Reitsportler aus allen Teilen Deutschlands nach Weitershain. Neben dem Reitverein gibt es, als größten örtlichen Verein, den Sportverein mit einem reichhaltigen Angebot an Sportmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Ältester Ortsverein ist der Gesangverein Liederkranz. Er wurde 1864 gegründet und besteht inzwischen aus 2 Chören - einem traditionellen gemischten Chor und einem Gospel- und Popchor.

Ferner besteht in Weitershain eine Burschen- und Mädchenschaft in der deutlich mehr als die Hälfte der Jugend engagiert ist. Es gibt die Freiwillige Feuerwehr, die 1953 ins Leben gerufen wurde und über eine starke Jugendabteilung verfügt. Neben den aufgeführten Vereinen gibt es noch den Schützenverein, der im Schiessstand des Dorfgemeinschaftshauses regelmäßig trainiert. Die bestehende VdK-Ortsgruppe trifft sich einmal im Monat zu einem Seniorennachmittag.
 
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