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Museum im Spital

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Sonderausstellung

bei den Sokorpa-Yukpa in Kolumbien

„Wir sind Yukpa. Wie ihr seht, ist unser Territorium schön und deswegen reden die Watiya (Nicht-Indigenen) und der Staat über dieses Gebiet. Wir schützen dieses Gebiet. Das ist unser Territorium, in dem ich lebe und in dem auch meine Gemeinde lebt. Wir werden es nicht verlassen, aber die Watiya wollen uns vertreiben. Wir alle stammen von hier ab, denn Aponot (Schöpfergott) hat uns dieses Territorium übergeben“ - José Francisco Capitán Álvarez

Der Friedensprozess, umstrittene Präsidentschaftswahlen und die aktuellen politischen Entwicklungen im Nachbarland Venezuela haben Kolumbien in den letzten Jahren stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Lange Zeit war der südamerikanische Staat in Deutschland eher unbeachtet. Nun fällt der Blick wieder verstärkt auf ein sehr vielschichtiges Land. Neben den komplexen politischen Entwicklungen sind es insbesondere die geografisch-klimatische sowie die kulturelle Vielseitigkeit, die das Interesse an Kolumbien wecken. Zum kulturellen Reichtum zählt auch eine Vielzahl ethnischer Gruppen. Die aktuellen sozio-politischen Entwicklungen stellen jedoch gerade diese vor unterschiedliche Heraus-forderungen.

Eine der über hundert indigenen Gruppen Kolumbiens ist die Sokorpa-Yukpa in der Serranía de Perijá, einem nördlichen Anden-ausläufer. Seit Jahrzehnten führen sie einen unermüdlichen Kampf um ihr Territorium. Während sie dabei bisher eher auf Abschottung zur Außenwelt setzten, verändert sich diese Strategie zunehmend. Da die Sokorpa-Yukpa wollen, dass die Welt von ihrer Existenz und ihrem Lebensstil im Nordosten Kolumbiens erfährt, gehen sie ganz gezielt den Schritt in die Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck bedienen sie sich verschiedenster Kommunikationsformen.

Teil dieser neuen Strategie ist auch der 2018 veröffentlichte Bildband „nanarh yukpapi". Hierfür haben sich die Anführerin Esneda Saavedra Restrepo und die Bewohner*innen der Gebietseinheit Sokorpa mit dem Fotografen Chris Schmetz und der Sozial- und Kulturanthropologin Anne Goletz zusammen-getan. So entstanden einzigartige Fotos und individuelle Geschichten, die den Betrachtenden einen ganz persönlichen Zugang zu den Fotografierten und ihren Lebens-bedingungen ermöglichen.

Die aktuelle Lebenssituation der Sokorpa-Yukpa in Kolumbien ist eines von vielen Beispielen der existenziellen Bedrohungslage indigener Grup-pen Südamerikas. Vor allem im Grenzgebiet von Kolumbien, Venezuela und Brasilien verdichten sich Konflikte und deren multikausalen Zusammenhänge. So sind beispielsweise mit dem neuen Brasilianischen Präsidenten Bolsonaro, der indigenes Land zur wirtschaftlichen Ausbeutung freigeben möchte, auch die vom großen Grünberger Forscher Theodor Koch beschriebenen Amazonasindianer Brasiliens gleichermaßen in ihrer Existenz bedroht.


Mittwoch, 24. Juli 2019, 18.00 Uhr

Kampf um das Territorium - die Sokorpa-Yukpa in Kolumbien
Vortrag mit Bildern von Forschungs- und Fotoreisen in den Jahren 2014 – 2019


Der Vortrag der Kultur- und Sozialanthropologin Anne Goletz und dem Fotografen Chris Schmetz bietet einen informativen, lebhaften und vielschichtigen Einblick in die Lebensweise der Sokorpa-Yukpa und den aktuellen Herausforderungen, denen sie sich gegenüberstehen. Goletz kann dabei Erfahrungen und Innensichten von verschiedenen mehrmonatigen Aufenthalten in der Gemeinschaft geben, Schmetz ergänzt diese um eindrucksvolle Fotos und Eindrücke kurzer Begegnungen.
Neben geografischen Daten, der historischen Entwicklung und der politischen Lage Kolumbiens, wird detailliert auf die Lebensweise und den beharrlichen Kampf um das Territorium der Sokorpa-Yukpa eingegangen und mit ganz persönlichen Eindrücken und Erfahrungen aus der ethnologischen Feldforschung ergänzt.

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Zwischen Teufeln und Mördern

06. Juli 2019 im Schloss-Innenhof

In enger Verbindung mit einem Forschungsprojekt der Gießener Germanistik führt die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig Universität am 24. Juni und 6. Juli in Gießen und Grünberg eines der frühesten gegenreformatorischen Stücke der Schweiz auf und tourt damit sogar bis nach Genua: Felix Büchsers Spiel vom Hl. Meinrad, ursprünglich für eine Aufführung in Kloster Einsiedeln 1576 verfasst.

All die asketische Frömmelei sei doch nur „Beschiss und Betrug“, um Wallfahrer anzulocken und ihnen das mühsam ersparte Geld aus der Tasche zu ziehen, meinen die Räuber Richard und Peter, als sie den Hl. Meinrad in seiner Klause im Finsteren Wald am Einsiedler See überfallen und, nachdem er ihnen nicht sagen kann, wo er seine angeblichen Schätze versteckt hat, erschlagen. Das Unverständnis für eine andere, religiös begründete Lebensweise dient als Motor für eine letztlich aus Besitzgier motivierte Gewalttat. Damit hat Felix Büchser im Jahr 1576 ein überzeitliches Phänomen beschrieben, als er, eigentlich Altarmaler und Schnitzer, im Auftrag des Klosters Einsiedeln ein Theaterstück über den Patron des Klosters verfasste.

Mitwirkende:
Prof. Dr. Cora Dietl Frau des Krämers / Wirt
Maik Eschler Richter / Zweiter Spieler
Sven Forcher Meinrad / Stadtknecht
Lydia Hebold Satan / Kunz
Melissa Heerz Uli Bösbub / Zimmermann
Adnan El Homrani Ordensbruder
Hannah Keßler Ulis Frau / Richard
Jonas Oosterhuis Narr / Mammon
Charlotte Paeschke Herold / Engel / Erster Spieler
Anna Marie Russell Beelzebub / Scherge
Hanna-Matthea Schmale Krämer / Peter
Schlera Tariq Beerith
Vanessa Uhl Äbtissin / Tod

Eintritt frei

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Lesung und Musik des Vormärz im Museum im Spital Grünberg

Samstag, 16. November 2019 um 19 Uhr

"Ich habe Licht gebracht!"
-Louise Otto-Peters, eine deutsche Revolutionärin.

In ihrem neuen Roman stellt Anja Zimmer eine Frau der Vormärzzeit vor, die sich in der Revolution von 1848/49 leidenschaftlich für Frauenrechte, Demokratie und Freiheit eingesetzt hat. Lassen Sie sich von Liedern des Vormärz in eine Zeit entführen, in der die Farben Schwarz-Rot-Gold verboten waren, in der Zensur und Willkür herrschten und Frauen unmündig waren wie Kinder. In dieser Zeit reiste Louise Otto-Peters alleine durch Deutschland, gründete einen Frauenverein, gab eine Frauenzeitung heraus und avancierte mit ihren sozialkritischen Romanen zur bekanntesten Autorin ihrer Zeit.

Die Lesung wird umrahmt von der Gruppe Tempus Manet mit Liedern der deutschen Revolution.
Lesung: Anja Zimmer
Sopran: Erika Drogi-Haas
Gitarre, Bariton: Frank Glabian

Der Eintrittspreis von 9.00 € beinhaltet den Besuch der Ausstellung im Museum im Spital Grünberg am Samstag, 16.11.2019 schon ab 14 Uhr, sowie die abendliche Lesung und das dazugehörige Konzert um 19 Uhr.

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