Gewerbe

Interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet Lumda


Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 05. Februar 2026 hat die Stadt Grünberg einen entscheidenden Schritt für die wirtschaftliche Zukunft der Region vollzogen. Der Bebauungsplan sowie die Änderung des Flächennutzungsplans für das Interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet Lumda wurden beschlossen. Der finale Bauleitplan liegt damit vor; die Änderung des Flächennutzungsplans befindet sich aktuell zur Genehmigung beim Regierungspräsidium.

 

Damit ist ein Projekt auf die Zielgerade eingebogen, das die kommunalpolitischen Diskussionen über viele Jahre geprägt hat. Bürgermeister Marcel Schlosser unterstreicht die besondere Bedeutung dieses Moments: „Dass wir nun so weit gekommen sind, ist für Grünberg ein wirklich großer Meilenstein. Die ersten Überlegungen, an diesem Standort ein Gewerbe- und Industriegebiet zu entwickeln, gab es bereits vor rund 25 Jahren. Umso mehr freut es uns als Stadt, dass wir dieses zukunftsweisende Projekt nun konkret und greifbar umsetzen können. Das interkommunale Gewerbegebiet bietet neue Perspektiven für Unternehmen, schafft Arbeitsplätze vor Ort und generiert zusätzliche Einnahmen für unsere Stadt – davon profitieren Grünberg und die gesamte Region nachhaltig.“

 

Klare Struktur für eine transparente Vermarktung

 

Parallel zum Satzungsbeschluss hat der Magistrat der Stadt Grünberg die konkrete Vorgehensweise zur Vermarktung der Grundstücke beschlossen. Ziel ist ein transparentes, faires und nachvollziehbares Verfahren.

 

Der zeitliche Ablauf sieht folgende Schritte vor:

  • Mitte März bis Mitte Mai 2026: Veröffentlichung der Kaufangebote durch die Stadt Grünberg
  • bis spätestens 31. Mai 2026: Einreichung der Interessenbekundungen durch Unternehmen
  • bis Ende Juni 2026: Sorgfältige Auswertung der eingegangenen Bewerbungen
  • bis Ende August 2026: Ausarbeitung der Kaufvertragsentwürfe
  • bis Mitte Oktober 2026: Einbringung der notwendigen Beschlussvorlagen in die politischen Gremien

 

Zunächst werden die Grundstücke bis Mitte/Ende Mai 2026 öffentlich auf dem Immobilienmarkt angeboten. Interessierte Unternehmen haben anschließend die Möglichkeit, ihre vollständigen Unterlagen einzureichen.

 

Differenzierung nach Flächengröße

 

Im Rahmen der Vermarktung wird zwischen Kleinflächen (1.000 bis 10.000 Quadratmeter) und Großflächen (ab 40.000 Quadratmeter) unterschieden. Für kleinere Grundstücke wurde das Verfahren bewusst schlank und praxisnah gestaltet. Für größere Flächen werden aufgrund der langfristigen Bedeutung für die Gebietsentwicklung umfassendere Nutzungskonzepte und Darstellungen erwartet.

 

Nach Ablauf der Interessenbekundungsfrist sind insbesondere bei den Großflächen persönliche Gespräche mit drei bis fünf vorausgewählten Interessenten vorgesehen. Diese dienen dazu, Konzepte vorzustellen, Nachfragen zu klären und die Belastbarkeit der eingereichten Angaben zu prüfen. Die genauen Auswahlkriterien werden im Zuge der Vermarktung veröffentlicht und den Bewerbern transparent kommuniziert.

 

Politische Entscheidung über die Vergabe

 

Mit den ausgewählten Interessenten wird im Anschluss ein Kaufvertragsentwurf ausgearbeitet. Dieser wird zusammen mit den Auswahlkriterien der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Entscheidung vorgelegt. Erst mit diesem Beschluss steht der jeweilige Käufer verbindlich fest und der Kaufvertrag kann abgeschlossen werden.

 

Planung, Erschließung und Infrastruktur

 

Das beauftragte Planungsbüro arbeitet derzeit an der Entwurfsplanung für das Baugebiet. Vorgesehen ist unter anderem eine gezielte Geländemodellierung: Die nord-westliche Kuppe soll um etwa zwei Meter abgetragen werden, während insbesondere im Bereich der geplanten Erschließungsstraße Gelände aufgefüllt wird. Ziel ist es, die Straße an das Geländeniveau anzupassen und Höhenunterschiede im Gebiet möglichst gering zu halten. Die endgültige Modellierung der einzelnen Grundstücke erfolgt später durch die jeweiligen Eigentümer im Rahmen der Festsetzungen des Bebauungsplans.

 

Die Erschließungsmaßnahmen sollen nach aktueller Planung im Herbst 2026 mit der Geländefreimachung beginnen, sodass Rodungen und Bodenabtrag außerhalb der Vogelbrutzeiten stattfinden können. Ab Frühjahr 2027 sind die eigentlichen Erschließungsarbeiten vorgesehen.

 

Kosten und Nachhaltigkeit

 

Umfassende Artenschutzmaßnahmen, die notwendige Geländenivellierung sowie der Ausbau einer leistungsfähigen und zukunftssicheren technischen Infrastruktur, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Trinkwasserversorgung, beeinflussen die Erschließungskosten. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass die Baugrundstücke zu einem Preis von rund 180 Euro pro Quadratmeter voll erschlossen angeboten werden können.

 

Zukunftsperspektive für Grünberg und die Region

 

Mit dem Interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet Lumda schafft die Stadt Grünberg gemeinsam mit ihren Partnerkommunen Allendorf (Lumda) und Rabenau die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum, neue Arbeitsplätze und zusätzliche kommunale Einnahmen. Gleichzeitig wird Wert auf Nachhaltigkeit, geordnete Entwicklung und faire Vergabeverfahren gelegt.

 

Interessierte Unternehmen sind eingeladen, sich frühzeitig bei der Stadt Grünberg (vermarktung@gruenberg.de) zu melden, um in die Interessentenliste aufgenommen zu werden und alle weiteren Informationen zum Verfahren zu erhalten.