Infrastruktur
Aktuelle Informationen zum Glasfaserausbau in Grünberg
Die anderen Orte sollten sukzessive folgen. In der Zwischenzeit gerieten die Bauarbeiten mehrfach ins Stocken. Ein Grund dafür war beispielsweise die Insolvenz eines von Goetel beauftragten Bauunternehmens. Bis das Nachfolgeunternehmen mit den Arbeiten weitermachen konnte, vergingen die Monate ins Land. Der Bau verlief weiterhin nicht reibungslos: nicht verschlossene Straßenquerungen, ungesicherte Baustellen, ungesicherte Kabelrollen, vermüllter Lagerplatz. Einzig in Weitershain wurden die bestellten Glasfaseranschlüsse von Goetel bislang fertig gebaut und aktiviert. „Alles in allem eine sehr unbefriedigende Situation für die Bürger und ein unermesslicher Aufwand für die Mitarbeiter der Verwaltung“, äußert sich Bürgermeister Marcel Schlosser. Die Stadtverwaltung Grünberg möchte die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand zum Glasfaserausbau informieren und für Klarheit zu einem weit verbreiteten Missverständnis sorgen.
Was ist eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau?
Eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau bezeichnet die Initiative von privaten Telekommunikationsunternehmen, Glasfaserleitungen ohne staatliche Fördergelder zu verlegen. Das bedeutet, dass die Unternehmen selbst die Investitionen in den Ausbau tätigen, mit dem Ziel, profitable Internetanschlüsse zu schaffen und auf lange Sicht von den damit verbundenen Einnahmen zu profitieren.
Die Stadt ist nicht der Auftraggeber
Zum eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung immer noch ein grundlegendes Missverständnis. „Viele Bürger glauben, dass die Städte und Gemeinden die Unternehmen für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau beauftragen oder Zuschläge nach einer Ausschreibung erteilen. Stattdessen ist es so, dass die Unternehmen das Glasfasernetz auf eigene Initiative und auf eigene Kosten ausbauen“, erklärt Stefan Becker (Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH) und verweist auf die Rechtsgrundlage für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau, das Telekommunikationsgesetz. Das heißt, die Unternehmen können, sofern sie dies korrekt bei der Kommune beantragen, den Glasfaserausbau durchführen. Die Kommune kann den eigenwirtschaftlichen Ausbau weder beauftragen noch verhindern.
Auch Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser wird dazu häufig angesprochen: „Mir ist es wichtig an dieser Stelle nochmal zu betonen, dass die Stadt Grünberg die Goetel GmbH nicht für den Glasfaserausbau beauftragt hat. Die Aufgabe der Stadt ist es, den Ausbau zu begleiten, zu kontrollieren und wo es notwendig wird, Nachbesserungen einzufordern. Mehr Handlungsspielraum lässt das Telekommunikationsgesetz für die Kommunen nicht zu.“
Kein weiterer Ausbau durch Goetel
Das von der Goetel GmbH beauftragte Bauunternehmen stellt derzeit in den Grünberger Stadtteilen Harbach, Stockhausen und Queckborn die Straßen- und Gehwegoberflächen auf Aufforderung der Stadt vollständig wieder her. Goetel hat der Stadt nun mitgeteilt, dass das Unternehmen in Grünberg keine Aktivierungen oder Ausbauarbeiten mehr durchführen wird. Das Unternehmen hat angekündigt, dass die Bürgerinnen und Bürger, die einen Glasfaservertrag mit Goetel abgeschlossen haben, zeitnah über das weitere Vorgehen informiert werden.
Prüfung weiterer Optionen
„Das ist wirklich sehr bedauerlich und nur schwer nachvollziehbar. Alle Stadtteile mit Glasfaser zu versorgen, bleibt weiterhin unser oberstes Ziel“, erklärt Bürgermeister Schlosser. Dazu steht er, wie alle anderen 17 Kommunen im Landkreis Gießen auch, im engen Kontakt mit der Breitband Gießen GmbH und den Breitbandkoordinatoren des Landkreises Gießen, um gemeinsam weitere Optionen für den Glasfaserausbau zu prüfen.

