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Mit allen Sinnen entdecken – Erlebnisstunden fördern die kindliche Entwicklung in Grünberger Kitas


Grünberg. Bewegung erleben, den eigenen Körper wahrnehmen und neue Sinneserfahrungen sammeln: In den Grünberger Kindertagesstätten Sternschnuppe in Reinhardshain, Grimmicher Zwerge und Eulennest fanden insgesamt acht Erlebnisstunden statt. Gestaltet wurden diese von Natascha Merle, die in der 3B-Methode nach Bettina Bencic ausgebildet ist.

Im Mittelpunkt standen die Förderung der Körperwahrnehmung, des Gleichgewichts und der sensomotorischen Entwicklung. Durch vielfältige Bewegungs- und Wahrnehmungsangebote konnten die Kinder spielerisch ihre Fähigkeiten entdecken, eigene Grenzen erfahren und ihr Selbstvertrauen stärken. Dabei stand das individuelle Erleben jedes einzelnen Kindes im Vordergrund.

Die 3B-Methode basiert auf den drei Säulen Bewusstsein, Bewegung und Beziehung. Der pädagogische Ansatz betrachtet die kindliche Entwicklung ganzheitlich und legt besonderen Wert darauf, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Kindern besser zu verstehen. Durch bewusste Wahrnehmung, gezielte Bewegungsangebote und eine vertrauensvolle Beziehung sollen Kinder in ihrer emotionalen, sozialen und körperlichen Entwicklung begleitet werden. Im Vordergrund steht dabei nicht das Verhalten allein, sondern die Frage, welche Bedürfnisse und Gefühle sich dahinter verbergen.

Ein besonderes Angebot war das sogenannte „olifu-Geburtsei“, das von einigen Kindern gezielt als Rückzugs- und Ruheort genutzt wurde. „Mich hat besonders beeindruckt, dass einige Kinder darin ganz bewusst einen Ort für Rückzug und Ruhe gefunden haben“, berichtet Natascha Merle. Diese Beobachtungen verdeutlichen, wie unterschiedlich Kinder ihre Bedürfnisse nach Bewegung, Sicherheit und Entspannung zum Ausdruck bringen.

Auch Lisa Paul, stellvertretende Leiterin der Kita Sternschnuppe in Reinhardshain, nahm die individuellen Reaktionen der Kinder bewusst wahr: „Besonders spannend war für mich zu beobachten, wie unterschiedlich die Kinder auf die einzelnen Angebote reagierten.“ Während einige Kinder neugierig die Balanciermöglichkeiten erkundeten, suchten andere Geborgenheit und Ruhe.

Beschwerungskissen, Vibrationsgeräte und begleitende Musik boten zusätzliche Möglichkeiten, den eigenen Körper differenziert wahrzunehmen und neue Sinneserfahrungen zu sammeln. „Bei einigen Kindern konnte ich beobachten, dass sie im Verlauf der Erlebnisstunde zunehmend ruhiger und entspannter wirkten“, schildert Paul.

Aus pädagogischer Sicht wurde deutlich, welchen Stellenwert vielfältige und bedürfnisorientierte Angebote für die kindliche Entwicklung haben. „Nicht jedes Kind braucht dasselbe – entscheidend ist, genau hinzuschauen und wahrzunehmen, was dem einzelnen Kind gerade guttut“, betont Lisa Paul.

Auch Natascha Merle sieht darin einen wesentlichen Ansatz ihrer Arbeit. Ihr Herzensanliegen sei es, „Kinder besser zu verstehen, hinter ihr Verhalten zu schauen und sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen.“

Mit ihren Erlebnisstunden möchte sie den pädagogischen Alltag bereichern und neue Impulse für eine achtsame, individuelle Entwicklungsbegleitung geben. Ergänzend sind Workshops für pädagogische Fachkräfte und Elternabende möglich, um das Verständnis für kindliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen weiter zu vertiefen.

Bürgermeister Marcel Schlosser betont: „Mir ist wichtig, dass jedes Kind in unseren Kitas Raum bekommt, sich im eigenen Tempo zu entwickeln. Angebote, die Bewegung, Wahrnehmung und die individuellen Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellen, sind dafür eine wertvolle Ergänzung.“